1924-2017

Bald nach der Gründung des CVJM Girkhausen folgte die Gründung des CVJM
Posaunenchor Girkhausen unter dem Dach des Westbundes. Die Posaunenarbeit
des Westbundes wird begleitet von dem Psalm 150, welcher auch das Motto unseres Posaunenchors bildet:

 

Halleluja, lobe den Herrn in seinem Heiligtum;
lobet ihn in der Feste seiner Macht!
Lobet ihn mit Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!
Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!
Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln"
Alles was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja

Pfarrer Dr. Müller
Pfarrer Dr. Müller

Mit der Gründung kamen auch die ersten praktischen Fragen, denn zu einem Posaunenchor gehören nun auch Hörner. Dieses Problem erkannte auch Pfr. Dr. Müller und deshalb stiftete er die ersten Instrumente. An ihn erinnern wir uns in Dankbarkeit für sein ideelles und auch finanzielles Engagement. So kostet heute ein einfaches Flügelhorn ca. 1000€. und man kann sich bestimmt gut vorstellen, was  dann eine komplette Erstausstattung kostet bzw. kostete. Die Anfänge des Posaunenchors wurden von den verschiedensten Problemen geprägt: So hatte z.B. keiner eine musikalische Vorbildung und es gab auch keinen Dirigenten. Deshalb beschränkte man sich bei den ersten Übungsstunden in der Jugendherberge von Girkhausen (Leye Wilhelm) und in den Privathäusern mit dem einstimmigen Spielen. Die Griffe der einzelnen Notenwerte standen zum Glück schon in den ersten Notenbüchern, so wusste man zwar nicht den Namen der Noten, aber doch schon mal die Griffe. Nach diesem System lernt aber auch heute noch so mancher das Blasen! Hatte man die ersten Hürden genommen, so machte man sich an die Mehrstimmigkeit. Dort kam nun eine weitere Besonderheit zum Tragen: Ein Bass-Schlüssel sieht nicht nur anders aus als ein Violinschlüssel, er ist es auch! So war der Tenor eine sehr anspruchsvolle Aufgabe geworden, obwohl sich der Wohlklang nicht so richtig einstellen wollte. Abhilfe konnte ein Jahr nach Gründung des Chors der "Littfelder Otto" bringen. Er brachte den Girkhäusern das Notensystem bei. Ab diesem Zeitpunkt war der Knoten geplatzt und es wurde geübt wann immer es ging. 

 

1926 hatte der Verein bereits 19 Bläser und in diesem Jahr wurde vom "Verein für Reiseprediger" das Vereins- haus gebaut, das anschließend als Proberaum diente. Zur Finanzierung des Vereinshauses wurden "Bausteine" im Wert von 5 Mark verkauft. Der erste Auftritt war bei einem Gottesdienst in Langewiese. Man wollte erst einmal auf Nummer sicher gehen und nicht gleich in der eigenen Gemeinde spielen wobei der Auftritt sehr gut geklappt hatte. Nachfolger von Pfr. Dr. Müller wurde Pfr. Holzapfel. Von ihm hat der Posaunenchor ein Helikon gestiftet bekommen, obwohl das Verhältnis zwischen Pfr. Holzapfel und dem Verein erst einmal auf eine Probe gestellt wurde. Die Kosten für das Helikon von damals 360€ (heute ca. 10.000€) wollte er ursprünglich vom Verein wieder zurück haben, aber im Laufe der Zeit wurde das Verhältnis immer besser und aus dem Kredit wurde eine Stiftung.

 

Der Chor im Juni 1932 mit neuem Helikon
Der Chor im Juni 1932 mit neuem Helikon

 

1933 bis 1939 war die Jugendarbeit verboten und in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 ruhte die Arbeit des CVJM ganz. Sobald sich die politische Situation Deutschlands abgewendet hatte, keimte der Wunsch nach einer christlichen Jugendarbeit wieder auf. Schon bald hatte man eine Freizeit in Kühude organisiert. 1947 nahm der Posaunenchor seine Arbeit unter der Leitung von Lehrer Heinmöller, der sein Amt später an Lehrer Hans Esken übergab, wieder auf. Durch den Krieg war die Wiederbelebung des Musikchores praktisch wie ein Neubeginn, denn einige Bläser waren im Krieg gefallen und auch die Musikinstrumente waren nicht mehr alle komplett. So hatten Soldaten, die durch den Ort kamen, ein Instrument mitgenommen, welches nachher über dem Dorf wieder gefunden wurde. Dieses Horn musste erst mal wieder restauriert werden. Es kam auch dazu, dass man sein Horn mit in den Krieg nahm, in der Annahme, man käme ja bestimmt wieder zurück.

 

Der erste Dirigent des Vereins war Georg Spies sen. Unter der Leitung von Richard Lörcher fand im Vereinshaus zu Girkhausen 1949 eine Posaunenfreizeit statt. Richard Lörcher war der Posaunenwart des CJM Westbundes und war zu seiner Zeit sehr beliebt. Zu seinen Eigenheiten gehörte es zum Beispiel dass er jeden morgen erst einen Morgenchoral blies, bevor er in den Tag ging.

 

1978 übernahm der Sohn von Georg Spies, Georg Adolf Spies die Leitung des CVJM Posaunenchors, die er auch heute noch neben seinen anderen Diensten treu und gewissenhaft ausführt. Man kann sich bestimmt vorstellen, dass es nicht einfach ist, Bläser im Alter von 9 bis 75 Jahren unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig alle Wünsche der Bläser zu erfüllen und sie dadurch zufrieden zu stellen. Für seine Bemühungen möchten wir Georg Adolf Spies an dieser Stelle recht herzlich danken und hoffen, dass er uns noch lange mit Rat und Tat zur Seite steht. In seiner Anfangszeit bestand der Chor nur noch aus 7 oder 8 Bläsern. Diese Situation hielt zum Glück nicht lange an. Es kamen in den Jahren 1981 und 1982 einige neue Bläser zum Verein. Mit neuer Mitgliederstärke konnte man nun auch größere Musikstücke in Angriff nehmen und die musikalische Vielfalt des Vereins nahm zu. So gehören zum Repertoire des Posaunenchors neben Chorälen und Kirchenliedern auch Volksmusik, Märsche und Heimatlieder. Hier und da versuchen wir uns auch an moderneren Stücken.

 

Unser Chor 1950
Unser Chor 1950